Beethovenfries: Keine Entscheidung

Wien – Am Donnerstag, den 4. Dezember, beriet der Rückgabebeirat über die Causa Beethovenfries. Da man nicht leichtfertig eine Empfehlung für oder gegen eine Restitution aussprechen wollte, wurde die Entscheidung vertagt.
Die Familie Lederer besaß u. a. die größte private Klimt-Sammlung. In der NS-Zeit wurde die Familie enteignet und die Sammlung sichergestellt. 1944 lagerte man den größten Teil der Kunstwerke nach Schloss Immendorf aus, das von der abrückenden SS in Brand gesteckt wurde. Zehn Hauptwerke von Klimt, darunter die Fakultätsbilder Philosophie und Jurisprudenz, waren somit vernichtet.
Nach dem Krieg kam es zwar zur Rückstellung der verbliebenen Werke – und des Frieses. Aber wie im Fall Rothschild presste man Erich Lederer als Gegenleistung für eine Ausfuhrgenehmigung die wertvollsten Werke ab, darunter Gentile Bellinis „Kardinal Bessarion“. Im Mai 1999, ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des Rückgabegesetzes, wurde die Restitution in die Wege geleitet.
Der Beirat stellte sich nun die Frage, ob eine bloße „Sicherstellung“ mit einer „Beschlagnahme“ gleichzusetzen ist – und kam vorerst zu keinem Ergebnis. Die nächste Sitzung des Beirats findet im März 2015 statt.

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