Karola Kraus wirft die Pop Art in die Schlacht

Wer wird ab Oktober das Museum moderner Kunst (Mumok) leiten? Direktorin Karola Kraus möchte weitere fünf Jahre bleiben, gerüchteweise macht sich eine Lobby für Peter Pakesch stark. –

Wien – Die Bestellungskommission lässt sich Zeit. Denn die Bewerbungsfrist für die Generaldirektion des Museums moderner Kunst, kurz Mumok, lief bereits am 31. Oktober des Vorjahres aus. Vielleicht wollte man Karola Kraus, deren Vertrag als Mumok-Chefin am 30. September 2015 ausläuft, auch nur die Möglichkeit geben, sich noch einmal zu präsentieren – ohne eine designierte Nachfolge im Nacken.

Bei ihrer Jahrespressekonferenz, die heute, am 15. Jänner 2015, stattfand, unterstrich Karola Kraus, dass sie weiterhin zur Verfügung stünde: „Ich möchte sagen, auch wenn einige es nicht hören wollen, dass ich sehr, sehr gerne weitere fünf Jahre mit meinem Team an unserem Erfolg arbeiten würde.“
Zudem präsentierte sie ein Wunscherfüllungsprogramm: Ab 12. Februar zeigt das Mumok unter dem Titel „Ludwig Goes Pop“ für arbeitsentlastende sieben Monate auf gleich vier Ebenen die Pop-Art-Sammlung des deutschen Industriellenpaars Peter und Irene Ludwig. Man braucht kein Hellseher sein: Jim Dine, Robert Indiana, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Robert Rauschenberg, Andy Warhol und Tom Wesselmann werden für eine hohe Quote sorgen. Zudem präsentiert man ab 6. März den Wiener Aktionismus im Kontext der internationalen Entwicklungen.

Ob Karola Kraus damit ihre Vertragsverlängerung gesichert hat? Gerüchteweise werden etliche heiße Kandidaten und Kandidatinnen – samt und sonders aus Österreich – genannt, darunter Stella Rollig, seit 2004 Direktorin des Kunstmuseums Lentos in Linz, und Sabine Breitwieser, die neue Direktorin des Museums der Moderne in Salzburg. Breitwieser sagte gegenüber „dem Trenkler“, dass sie sich nicht beworben habe. Allerdings hat sich auch Karola Kraus nicht beworben.

Zudem wurde Jasper Sharp ins Spiel gebracht. Der Kurator für zeitgenössische Kunst im Kunsthistorischen Museum winkt aber ab: Er habe bereits auf mehrere Jahre hinaus das Programm für das KHM geplant, zudem fördere er eine neue Initiative, mit deren Unterstützung Ankäufe des Museums finanziert werden sollen.

Große Chancen räumt man auf der Gerüchtebörse Hans-Peter Wipplinger ein, der seit 2009 die Kunsthalle Krems leitet. Dem Vernehmen nach ist Wipplinger mit der gegenwärtigen Situation unzufrieden: In der angegliederten „Factory“ werden aus Kostengründen keine Ausstellungen mehr gezeigt, der „Kunstraum Stein“ wurde schon im März 2014 geschlossen. Zudem wird gleich neben der Kunsthalle bis 2017 ein neues Museum des Landes Niederösterreich errichtet, das Christian Bauer leitet.

Jüngsten Gerüchten zufolge soll sich eine Lobby für Peter Pakesch stark machen. Der ehemalige Galerist ist seit 2003 Intendant des steirischen Landesmuseums Joanneums und zudem für das Grazer Kunsthaus verantwortlich. Er nützte seine Position, um Peter Weibel loszuwerden, der in der Neuen Galerie in Graz die weit spannenderen Ausstellungen realisierte. Wie Karola Kraus warf man auch Pakesch vor, Künstler zu bevorzugen.

Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) soll, wie man hört, bisher kein gesteigertes Interesse an einer Bestellung von Pakesch gezeigt haben.

Copyright: Thomas Trenkler 2015

Comments
2 Responses to “Karola Kraus wirft die Pop Art in die Schlacht”
  1. fashion@kleidermacherei.at' Christa Schlögl sagt:

    Wir finden, dass Karola Kraus ein Gewinn für Wien ist !
    Mit freundlichen Grüßen / Christa & Dr. Peter Schlögl

  2. heyfreaks@gmx.de' Alex H. sagt:

    Dem kann ich nur voll zustimmen!

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