Keine Festplattenabgabe: “Bestürzung”

Die Kunstschaffenden reagieren nun doch auf die Meldung, dass es vorerst keine Festplattenabgabe geben wird: Der Vorstand der IG Autorinnen Autoren nimmt in einer Aussendung von Sprecher Gerhard Ruiss “mit Bestürzung zur Kenntnis, daß die schon seit zwei Jahren und von jeweils zwei Kulturministern und zwei Justizministern fix zugesagte Urheberrechtsgesetzesnovelle – unter dem Jubel der Telekommunikationsbranche in Österreich, die von internationalen Großkonzernen beherrscht wird, und des ebenfalls von international agierenden Großkonzernen dominierten Elektrohandels – neuerlich verschoben und statt dessen eine niemandem und nichts dienende österreichische Version der Verwaistenwerkrichtlinie der EU umgesetzt wird”.

Ruiss weiter im Namen des Vorstandes: “Es ist unzumutbar, wie hier mit der Existenz und Arbeit von Künstler/inne/n umgegangen wird. Es ist unzumutbar, eine Urheberrechtsrichtlinie der EU ohne vorhergehende Konsultation und Information der Betroffenenkreise in die parlamentarische Beschlußfassung einzubringen. Es ist unzumutbar, daß sogar 4 Fixzusagen von 4 zuständigen Ministern in 2 Legislaturperioden weniger Gewicht haben sollen als die höchst durchsichtigen Argumente der an Maximalgewinnen in Österreich interessierten Großkonzerne. Wir können nicht glauben, daß eine Telekommunikationsbranche, die sich gerade eine Breitbandausbaumilliarde abholen will, auch noch die entgeltlose Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke als Draufgabe dazubekommen soll. Wir können nicht glauben, daß der österreichischen Politik die heimische Kunst- und Kulturwirtschaft, der heimische Medienmarkt und die heimische Kreativwirtschaft ein geringeres Anliegen sind als der Um- und Absatz von internationalen Großkonzernen in Österreich und deren Handel mit Geräten und Telefongebühren.” Die IG Autorinnen Autoren ist “entsetzt über die Schamlosigkeit, mit der sich die Telekommunikationsbranche und der Elektrohandel als Verhinderer der Festplattenabgabe brüsten”.

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